In

KIG ist die Bezeichnung für die sogenannten kieferorthopädischen Indikationsgruppen, ein befundbezogenes kieferorthopädisches Indikationssystem mit Einstufung des Behandlungsbedarfs. Es hat das bisherige therapieorientierte Indikationssystem am 1.1.2002 abgelöst. Der Kieferorthopäde stellt anhand der kieferorthopädischen Indikationsgruppen fest, ob der Grad einer Fehlstellung vorliegt, für deren Behandlung der Versicherte einen Leistungsanspruch gegenüber der Krankenkasse hat. Mit dem KIG-Bewertungs-System soll der Kieferorthopäde – unmittelbar vor dem geplanten Behandlungsbeginn – bei der klinischen Untersuchung die Fehlstellung mit dem größten Behandlungsbedarf erkennen. Die Einstufung kann erst im Stadium des späten Wechselgebisses erfolgen. Ausgenommen davon sind auf 1,5 Jahre zeitlich begrenzte Frühbehandlungen, die ab dem vierten Lebensjahr begonnen werden können. Ausschließlich Befunde der KIG 3 bis 5 werden nach diesen Bestimmungen von den Krankenkassen übernommen. Bei Befunden der KIG 1 und 2 trägt die Kasse die Kosten nicht mehr. Bei der sogenannten KIG- Einstufung geht es jedoch lediglich um die Wirtschaftlichkeit einer kieferorthopädischen Behandlung. Sie sagt nichts aus über die medizinische Notwendigkeit. Zahlreiche Patienten mit Fehlstellungen der KIG 1 und 2 weisen ernst zu nehmende gesundheitliche Risiken auf und sind daher aus medizinischer Sicht behandlungsbedürftig. In solchen Fällen müssen die Eltern des Patienten entscheiden, ob sie für ihr Kind eine Korrektur der Kiefer- bzw. der Zahnfehlstellung wünschen und bereit sind, dafür selbst aufzukommen. Häufig ist dies eine Entscheidung, bei der nicht nur ästhetische Gründe ausschlaggebend sind, sondern auch die Vorbeugung vor späteren Folgeerkrankungen eine wichtige Rolle spielt.